Gustave Flaubert:

…Bekannt werden ist mir nicht das Wichtigste, das befriedigt nur die sehr mittelmäßigen Eitelkeiten voll und ganz. … Selbst die vollständigste Berühmtheit befriedigt einen nicht, und man stirbt fast immer in der Ungewißheit über seinen eigenen Ruhm, es sei denn, man wäre ein Dummkopf.
Das Bekanntsein klassiert einen also in den eigenen Augen nicht mehr als das im Dunkeln bleiben. Ich strebe nach etwas Besserem: danach, mir selbst zu gefallen. Der Erfolg scheint mir als ein Ergebnis, nicht als das Ziel. …

Mögen eher die Vereinigten Staaten untergehen als ein Prinzip! Möge ich lieber wie ein Hund krepieren, als einen Satz, der nicht reif ist, um eine Sekunde früher fertig machen.
Mir schwebt eine Art zu schreiben und eine Anmut der Sprache vor, die ich erreichen will. Wenn ich glaube, die Aprikose gepflückt zu haben, werde ich mich nicht weigern, sie zu verkaufen, und es nicht ablehnen, wenn man in die Hände klatscht, falls sie gut ist. Bis dahin will ich das Publikum nicht beschummeln. Das ist alles.

Wenn es dann nicht mehr an der Zeit und allen der Durst vergangen ist, habe ich Pech gehabt. Ich wünsche mir, dessen sei gewiß, eine viel größere Leichtigkeit, viel weniger Arbeit und größeren Nutzen. Aber ich sehe kein Mittel, dem abzuhelfen.
Es kann vorkommen, daß es auf geschäftlichem Gebiet günstige Gelegenheiten gibt, Kaufsträhnen für bestimmte Lebensmittel, einen vorübergehenden Geschmack der Käufer, der den Kautschuk in die Höhe gehen läßt oder den Kattun verteuert. Daß diejenigen, die Hersteller solcher Sachen werden wollen, sich infolgedessen beeilen, ihre Fabriken einzurichten, verstehe ich. Wenn aber ein Kunstwerk gut ist, wenn es wahr ist, wird es seinen Widerhall, seinen Platz in sechs Monaten, sechs Jahren oder nach einem selbst finden.

(aus einem Brief an Maxime Du Camp / Croisset, den 26. Juni 1852)

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