Robert Weißenberger

SCALA – Unterhaltung mit Haltung

Fachleute rechnen damit, dass sehr bald schon zwanzig Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung ausreichen werden, um den Rest der Welt mit den notwendigen (und nicht notwendigen) Gütern und Dienstleistungen zu versorgen. Keiner weiss aber so recht, was mit den vielen Überzähligen und Überflüssigen zukünftig geschehen soll. Auf einem internationalen Kongress von 500 führenden Managern, Politikern und Wirtschaftsexperten im September 1995 wurde immerhin gnädigerweise angeregt, sie mit "Tittytainment” abzufinden, also mit billigem Massenvergnügen.

Sieht man sich die aktuellen Unterhaltungsangebote und Freizeitbeschäftigungen an, scheint es mit solcher Utopie nicht mehr weit hin zu sein. Junge und alte Menschen besorgen sich mittels teurer – aber wertloser – Markenartikel (wertlos deshalb, weil sie schon morgen durch beliebige andere ersetzt werden) ein "Outfit”, welches sie glauben lässt, dass sie noch zu den Lebenden gehören.

Die Qualität der Fernseh- und Rundfunkprogramme entwickelt sich reziprok zur Anzahl der Programme (das ist leider kein mathematisches Problem).

Zur "Spaßgesellschaft” gehört natürlich auch eine kaum mehr überschaubare Armada von Entertainern und Komikern, die "Ablachen” als Reflex bedienen, quasi als eine Art zeitgemäßer Festzeltgaudi.

Musik wird zur Nebensache, je gigantischer Konzerte inszeniert werden. Wichtig scheint das Verlangen zu sein, mit 50.000 oder mehr Menschen als Teil eines Massenspektakels Größe zu spüren und sozusagen einen Kollektivorgasmus zu erleben (der Industrieroboter Westernhagen als singender Vibrator).

Das Bedürfnis, immer "gut drauf zu sein” und die mühsam gewonnene Erkenntnis, dass alles im Leben "Fun” machen muss, führen inzwischen so weit, dass selbst der Gottesdienst zum lustvollen "Event” wird, der von Entertainment - GmbHs organisiert wird.

SCALA versucht, ein hoffentlich anderes Angebot zu machen. Es ist aber kein Sonderangebot. Denn bei allem Getöse und Mainstreamquark, bei aller Dauerbeleidigung, die der menschlichen Intelligenz durch Rundfunk-, Fernseh- und Printmedien zugefügt wird, sollte man dennoch eines nicht unterschätzen: Den Zuhörer, den Zuschauer, den Leser.

Das Bedürfnis nach Unterhaltung – jenseits der "Elitekultur” – ist hoch zu achten. Daraus darf aber keinesfalls Bescheidenheit im qualitativen Anspruch der zu Unterhaltenden präjudiziert werden.

Deshalb setzt SCALA auf Unterhaltung, die intelligent ist, aber nicht elitär, die populär ist (oder auch nicht), aber keinesfalls populistisch: Unterhaltung mit Haltung. Programme für alle, aber nicht für jedermann.

Wir arbeiten mit Künstlern zusammen, die sich nicht wie Spekulanten an Trends, Hitparaden oder Bedürfnissen von "Majors” (die wissen eh nie Bescheid) orientieren, sondern ihre ganz speziellen eigenen Qualitäten zum Maßstab der Dinge machen. Künstler, die wir selbst spannend finden und für die wir selbst Eintritt bezahlen würden oder schon bezahlt haben.

Hannes Wader: Er sang seine Lieder schon in den 60er Jahren, bevor es "Liedermacher” als Begriff und als "Welle”gab. Die meisten Liedermacher sind heute vergessen. Hannes Wader ist der Erfolg bis heute treu geblieben. Obwohl er wahrscheinlich in all den Jahren nie in einer Hitparade oder einer grossen Fernsehsendung war, ist er dennoch (oder deshalb) so etwas wie eine lebende Legende. Wer etwa nach dem Namen der Gruppe des Nr.1-Hits von 1989, "Lambada”, fragt , wird nicht viel mehr als ein Schulterzucken bekommen. Fragt man nach Hannes Wader, werden viele nicht lange in ihrem Herzen kramen müssen, bis ihnen "Heute hier, morgen dort”, "Der Tankerkönig” oder "Der Rattenfänger” einfällt. Die Zusammenarbeit mit ihm geht bereits ins zwölfteJahr.

Noch länger dauert sie schon mit Lydie Auvray: Lydie ist im wahren Sinn des Wortes einmalig. Aus Frankreich kommend, hat sie das Akkordeon in Deutschland vom "tümlichen" und verstaubten Folklore-Image befreit und entscheidend zur Etablierung des Instruments in der modernen Popmusik beigetragen. Der Name Lydie Auvray ist zum Synonym für leidenschaftliche und intelligente, einfach hin- und mitreissende Akkordeonmusik geworden.

Manfred Maurenbrecher gehört ebenfalls zu unseren Lieblings- SingerSongwritern, bereits seit seiner Zusammenarbeit mit Spliff und Jim Rakete in den frühen Achtzigern. "Mauri” ist ein zärtlicher Poet und sensibler Geschichtenerzähler am Klavier, mit kratziger Stimme und entwaffnender Gradlinigkeit. Ein Künstler von hohen Gnaden. Die FAZ hat ihn anlässlich eines Konzertes in der Alten Oper Frankfurt sogar in eine Reihe mit Tom Waits und Randy Newman gestellt. Die Jury der "SWR-Liederbestenliste” hat sein Lied "Wessi” 1998 zum besten deutschsprachigen Lied des Jahres gekürt.

Christian Überschall macht Kabarett auf eine ganz eigen-artige Weise, nämlich als feine "leichte” Unterhaltung. Charmant, intelligent, manchmal derb und immer (auf verschiedenen Ebenen) witzig. Sie kommt mit einem Understatement und einer Unaufgeregtheit daher, dass es eine wahre Freude ist. Der Humor erinnert mitunter an Woody Allen, das Temperament an Emil. Kein Wunder: Christian Überschall ist ein seit vielen Jahren in München lebender Stadtteilneurotiker schweizerischer Herkunft. Das kann und will er aber gar nicht leugnen.

David Leukert ist ein Multitalent. Er ist ein glänzender Schauspieler und hat darüberhinaus unglaublich musikalische sowie komödiantische Fähigkeiten. Es gibt wohl wenige Künstler im Genre von Comedy & Kabarett in Deutschland mit dieser handwerklichen Perfektion und extraordinären Begabung. Vom ihm wird man garantiert noch viel hören, und wir werden alle unsere Freude an ihm haben.

Stephan Wald ist "Meister der Parodie". Seit seinem ersten Solo-Programm, der "Hungergala", hat er immer wieder Maßstäbe sowohl in der Parodiekunst als auch für das moderne politische Kabarett gesetzt. Wo viele Künstlerkollegen sich auf den Publikums-Aha-Effekt beim Erkennen eines Promis beschränken, fängt Wald erst an: Die verblüffend genaue Wiedergabe von Stimme, Gestik und Mimik seiner "Opfer" dient nicht allein "wertfreier" Unterhaltung, sondern wird Mittel zum Zweck ihrer Dekodierung.

Wir wünschen viel Spass beim Surfen auf unserer Homepage.Vor allem wünschen wir Ihnen gute Unterhaltung und viel Freude mit unseren Künstlern: per CD und (am besten) live bei einem Gastspiel bestimmt auch in Ihrer Nähe.

Alle diesbezüglichen Informationen erhalten Sie auf den jeweiligen Seiten der betreffenden Künstler.

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